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Christophorus-Kapelle

Die Dankkapelle auf der Vogelburg

 

Das Kreuz am Wegrand, der Bildstock, die Kapelle - sie sind Zeichen des Glaubens. Jedes Kreuz, jeder Bildstock, jede Kapelle hat eine Geschichte, das gilt auch für die jüngste Kapelle im Dekanat Krumbach, die Christophorus-Kapelle auf der Vogelburg bei Ziemetshausen.

Der Unternehmer Karl Miller wollte aus Anlass seines 40. Hochzeitstages Gott danken für alle Fügungen im Lauf seines Lebens. Immer wieder hat er die Erfahrung machen dürfen, dass Gott alles zum Besten lenkt.

 

Als Patron für seine Kapelle wählte er den heiligen Christophorus. Er ist der Patron der Autofahrer und Reisenden. Wer wünschte sich nicht, wohlbehalten ans Ziel zu gelangen. Der heilige Christophorus wird freilich seit ältester Zeit auch als Patron einer guten Sterbestunde verehrt. Er soll einen also nicht nur sicher durch dieses Leben geleiten, sondern einem auch beistehen, wenn es gilt die letzte Reise anzutreten.

Im Mittelalter hat man häufig den heiligen Christophorus überlebensgroß außen an den Kirchturm gemalt - man kann dies noch macherorts, vor allem in Österreich, sehen - so dass man Tag für Tag daran erinnert wurde: Dieses Leben ist nicht alles. Denk an die Ewigkeit! Sei immer bereit, denn du weißt weder den Tag noch die Stunde. Man verband mit dem Aufblick zum heiligen Christophorus auch die Bitte, nicht unversehen sterben zu müssen. Nicht der plötzliche Tod wurde gewünscht, wie dies heute oft der Fall ist, sondern ein Sterben, bei dem man die Sakramente empfangen konnte. Man wollte nicht ohne Beichte, ohne heilige Kommunion und ohne Letzte Ölung in die Ewigkeit vor Gottes Angesicht gehen.

 

Die vom Thannhauser Architekten Josef Schwab entworfene Kapelle lässt an einen Schiffsbug denken, der am Bug unübersehbar ein Kreuz trägt. Der heilige Christophorus ist ja der Christusträger, der Christus nicht nur ans andere Ufer tragen will, sondern hinein in die ganze Welt, damit alle Menschen, so wie er, den inneren Frieden finden.

 

Die Kapelle grüßt weit ins Zusamtal hinein und lädt zum Besuch ein. Wer die Kapelle betritt, wird beeindruckt sein vom lichtdurchfluteten Raum. Große Fensterflächen öffnen Blick hinüber nach Maria Vesperbild, hinunter nach Ziemetshausen und bis hinein in die Reischenau. Die Mitte bildet der aus Ziegeln gemauerte Altar mit Kreuz und Leuchtern, zur Rechten aber steht der heilige Christophorus, der Patron der Kapelle. Am Eingang liegt ein Fürbittbuch auf, in das die Besucher ihre Bitten und ihren Dank eintragen können.

 

Text: Gschwind