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Vortrag Trickbetrug am Telefon

Ziemetshausen

Trickbetrug am Telefon - zu diesem Thema lud der Sport- und Kulturausschuss der Gemeinde Ziemetshausen im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung kürzlich in den Gasthof Adler ein. Als Referentin war Polizeihauptkommissarin Ulrike Heisch von der Polizeiinspektion Krumbach vor Ort, die anhand zahlreicher Beispiele eindrücklich die Gefahr von Trickbetrug am Telefon erläuterte.

 

Jeden von uns kann es treffen, täglich haben Heisch und ihre Kollegen mit entsprechenden Betrugs-Anzeigen zu tun. Zwar geben Erwachsene ihre Daten oft nicht so unbedarft weiter, wie Jugendliche, haben dafür aber mehr wunde Punkte, an denen Betrüger ansetzen können. Diesen wunden Punkt zu finden - darauf sind die Betrüger bestens geschult: Der Enkel wird ins Gefängnis geworfen, die Tochter ist in einen tödlichen Unfall verwickelt - der Angerufene wird in einen emotionalen Ausnahmezustand versetzt. Zusätzlich wird Druck aufgebaut, schnell reagieren zu müssen, um Schlimmeres abzuwenden. Und - nun kommt das Verblüffende - der Mensch reagiert tatsächlich so, wie es die Betrüger wünschen: Entweder er hat ohnehin eine größere Summe Geld zu Hause (oft bis zu 50.000/60.000 Euro) oder er marschiert - wie ferngesteuert - zur Bank und hebt den Betrag in bar ab. Das Geld wird an den fragwürdigsten Orten, z.B. in der Mülltonne, deponiert und irgendwer holt es ab. Und damit ist es auf Nimmerwiedersehen weg. 

 

Da viele Bürger wahrscheinlich aus Scham, auf einen Trickbetrüger hereingefallen zu sein, keine Anzeige erstatten, ist mit einer sehr hohen Dunkelziffer zu rechnen. Es geht in der Regel um hohe Summen, die von oft aus dem Ausland handelnden, organisierten Betrüger-Banden erbeutet werden. Das Präsidium München hat beispielsweise kürzlich mit Unterstützung der Kollegen vor Ort eine Gruppe in der Türkei mit einer Bargeldsumme von 60 Mio. Euro dingfest gemacht.

 

Konkret wies Heisch ihre Zuhörer darauf hin, dass man sich der mitunter fragwürdigen Datensicherheit bewusst sein muss. Unbedingt müsse das eigene WLAN gesichert sein, unbekannte Telefonnummern solle man lieber nicht annehmen oder aber mit der Familie Anrufstrategien vereinbaren, damit klar ist, wer tatsächlich anruft. Vorsicht geboten ist immer, wenn angebliche Staatsanwaltschaften oder Polizisten die Herausgabe von Geld oder Kontonummern verlangen oder auch nur Informationen über Wertgegenstände verlangen. Das tun diese Institutionen nicht!

 

Der lebendige Nachmittag ging detailliert auf alle Bürgerfragen ein. Im persönlichen Austausch konnte auch die eine oder andere schlechte Erfahrung anderen zugänglich gemacht werden. Auch die eigentliche Hauptaufgabe der Referentin Heisch - die Aufklärung rund um Mobbing, Verbreitung peinlicher Fotos über Social Media etc. in den Schulen -  wurde kurz thematisiert. "Ab einem bestimmten Alter haben die Eltern nur noch wenig Einfluss auf den Handygebrauch ihrer Kinder", wusste eine Mutter aus eigener Erfahrung zu berichten. Deshalb setzt die Polizei auch bei Kindern und Jugendlichen an. Heisch ist sehr froh, dass mittlerweile viele Lehrer sensibilisiert mit dem Thema umgehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen.

 

 

Bild zur Meldung: Vortrag Trickbetrug am Telefon