Hochwasserschutz über Landkreisgrenzen hinweg: Pegel an der Zusam schaffen gemeinsame Datengrundlage
Ziemetshausen. Beim Hochwasserschutz endet die Zusammenarbeit nicht an den Grenzen eines Landkreises. Für die Zusam ist vorgesehen, dass sowohl der Landkreis Günzburg als auch der Landkreis Augsburg Pegel zur Beobachtung der Wasserstände einrichten. In Ziemetshausen soll ein Pegel des Landkreises Augsburg die Datengrundlage für die Hochwasservorsorge im Zusamtal ergänzen. Der Landkreis Günzburg plant darüber hinaus zwei weitere Pegel an der Zusam.
Gemeinsam mit den flussanliegenden Gemeinden soll landkreisweit ein möglichst dichtes Pegelnetz entstehen. In den Gewässern des Landkreises sollen bis zu 90 Pegel zum Einsatz kommen. So lassen sich Wasserstände künftig besser vergleichen und Entwicklungen entlang des Gewässers umfassender betrachten. Wie viele und an welchen Stellen die Pegel benötigt werden, erarbeitet der Landkreis Günzburg gemeinsam mit den flussanliegenden Gemeinden.
„Die Zusam verbindet Gemeinden und Landkreise. Deshalb ist es wichtig, dass auch der Hochwasserschutz gemeinsam gedacht wird. Die geplanten Messstellen schaffen eine bessere Grundlage für die Vorsorge“, erklärt Bürgermeister Ralf Wetzel.
Von den Pegeldaten profitieren nicht nur Behörden und Einsatzkräfte. Auch die Bürgerinnen und Bürger sollen künftig die Möglichkeit erhalten, sich über aktuelle Wasserstände zu informieren. Der Landkreis Günzburg plant hierfür ein Dashboard, in dem sämtliche kommunale Pegel gemeinsam dargestellt werden. Die Informationen sollen dabei helfen, Entwicklungen frühzeitig wahrzunehmen und das eigene Verhalten an die jeweilige Situation anzupassen.
Die Landtagsabgeordnete Jenny Schack hebt die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor: „Hochwasser macht nicht an Landkreisgrenzen halt. Deshalb ist es richtig, dass der Landkreis Günzburg und der Landkreis Augsburg ihre Maßnahmen aufeinander abstimmen und eine gemeinsame Datengrundlage schaffen.“
Der Katastrophenschutz- und Blaulichtbeauftragte des Landkreises, Ferdinand Munk, ergänzt: „Die Pegeldaten ergänzen die Erfahrungen der örtlichen Einsatzkräfte um konkrete Messwerte. Das schafft mehr Sicherheit bei der Entscheidung, wo und wann Maßnahmen erforderlich sind.“
Der Landkreis prüft derzeit mögliche Fördermittel, unter anderem werden Fördermittel im Rahmen des LEADER-Kooperationsprojektes Safe-W beantragt. Erste Pegel werden nach aktuellem Stand im Frühjahr oder Sommer 2027 erwartet.
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